Adventsimpulse mit Bild

„Das Grundwort Ich-Du kann nur mit dem ganzen Wesen gesprochen werden…Wer Du spricht, hat kein etwas zum Gegenstand..Wer Du spricht, hat kein etwas, hat nichts. Aber er steht in Beziehung…..Der Mensch wird am Du zum Ich.“ Martin Buber, Das dialogischen Prinzip
Du – ein Zauberwort, das nicht auf die zwischenmenschliche Begegnung beschränkt ist, sondern in aller echten Weltbegegnung waltet.
Lesen Sie das Dudele von Martin Buber

ICH-DU

Heilig,heilig, heilig
„Sie ( die Serafinen)riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig…“( Jes 6,3)
Kadosch- hagios- sanctus- heilig

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All diese Worte sagen etwas von der Unnahbarkeit Gottes, von seiner abgründigen Fremde und Dunkelheit, von seiner Geschiedenheit vom Geschaffenen, von seiner unendlichen Tiefe, die dem Erkunden entzogen ist und der Mensch darin, scheint der Rede nicht wert..da wird ein Gott vorgestellt, der nicht lieb, nicht nah, nicht als barmherzigen Gott sich unserem Vorstellen eröffnet…angesichts solcher überwältigender Erfahrung, sagt der Profet Jesaja nur: „Weh mir, ich vergehe“

Echter Friede wird allein aus dem Unfrieden der Läuterung im Gedränge geboren“, meint der Mystiker Johannes Tauler.
Ich verstehe das so: vor der Bedrängnis des Lebens und der Seele, vor den damit verbundenen Leiden, zu flüchten, nützt nichts.Eher geht es darum in Geduld das Dunkle und Leidvolle auszuhalten, ihm nicht auszuweichen und darauf zu vertrauen, dass wir hindurch geführt werden in eine größere, geistige Weite und Reife und dort uns auch tieferer Friede erwartet.
Tiefenpsychologen würden wohl von Schattenarbeit sprechen, der im Rahmen der Individuation unabdingbaren Auseinandersetzung mit den ungeliebten und verdrängten Anteilen der eigenen Seele.

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Aufstieg und Abstieg

Aufstieg und Abstieg: Der wahre Aufstieg scheint mit einem Abstieg zu tun haben in die Niederungen der eigenen Seele

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Auf-und Abstieg, Acryl auf Leinwand

Wo das aufgeblähte Ego geplatzt ist und der Mensch die „Null“ kennenlernt, und mit seinen Schattenseiten konfrontiert wird, ist die Chance grundlegend neu anzufangen.
„Die Demut ist die Kraft mit der der Mensch durch eine grundlegende Erkenntnis seiner selbst in seinen eigenen Augen gering wird“ sagt Bernhard von Clairvaux und Benedikt von Nursia formuliert: „Lasst uns den höchsten Gipfel des Niedrigwerdens ersteigen, und wenn wir ganz unten sind, haben wir, die höchste Himmelshöhe erreicht.“
Anders als der Zeitgeist ermuntern uns diese Mystiker, die Blickrichtung zu wechseln und statt sich nach „oben“ in Richtung Karriere, Wichtigkeit…zu bewegen, hinabzusteigen in die Abgründe der eigenen Seele und dort dem wahren Selbst zu begegnen.

Der Engel, der dich durch deine Angst hindurch führt
Acryl auf Leinwand

„Ich lebe mein Leben
in wachsenden Ringen
die sich über die Dinge ziehen
Ich werde den letzten
vielleicht nicht vollbringen
aber versuchen will ich ihn.“
Rainer Maria Rilke, aus dem: Stundenbuch

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Zutritt verboten? Oder: Wo ist hier der Eingang??
Wirkliche Öffnungen geschehen und können nicht gemacht werden mit dem Willen oder durch ein bestimmte Strategie.

Der Gärtner, Acryl auf Leinwand, 120/80cm

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„Die Ros ist ohne warum,
sie blühet, weil sie blühet,
acht nicht ihrer selbst,
und darum, ob man sie siehet.
Angelus Silesius

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Im Winter wachsen in unserer Gegend nur innere Blumen, aber warum sollte das innere Wachsen weniger Pflege bedürfen als das Äußere?
Der Geist von Weihnachten sagt ja auch, dass in uns Abgestorbenes neu verlebendigt werden soll.
„…und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter…mit seinem hellen Scheine vertreibts die Finsternis.“

Der Mensch als Bewahrer der Schöpfung, unseres gemeinsamen Lebenshauses und als fürsorglicher Hüter seiner Schwestern und Brüder.

Sterndeuter, Acryl auf Leinwand

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Sie schauen in die Nacht, erforschen die Sterne, Menschen, die nach innen schauen, und den Ahnungen ihres Herzens folgen, sie folgen einem Stern, der sie in eine unbedeutende Provinz, in ein Kaff namens Bethlehem führt, sie ahnen, dass in den vernachlässigten Teilen ihrer Seele, das Ziel ihrer Suche und Reise zu finden ist. Ihre Füße liefen nach Bethlehem, ihr Herz aber zu Gott.

„Brich auf, mein Herz und wandre! Es leuchtet der Stern. Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg. Und viel geht dir unterwegs verloren.Laß es fahren. Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir. Er wird sie annehmen. Denn du wirst ihn finden“ ( Karl Rahner)

Nacht ist es nun: nun reden lauter alle springenden Brunnen. Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.“
Friedrich Nietzsche, also sprach Zarathustra, Reclam Ausgabe, S.97

Zukunft- wohin gehen wir?
„Immer nach Hause“ , Novalis“Lenke du und wende
Dir in die Hände
sei Anfang und Ende
sei alles gelegt“ Eduard Mörike

Von den Sternen kommend
Sehnsucht, lat. desiderium, de sidera, von den Sternen, ein Ahnung in uns, dass wir nicht ganz von dieser Erde stammen

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„Ex utero ante luciferum te genui“

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Wenn wir den lateinischen Urtext der Mitternachtsmesse hören: Ex utero ante luciferum te genui“, was übersetzt bedeutet“ Ich habe dich vor dem Lichtgestirn aus dem Uterus ( Urschoß) gezeugt, dann spüren wir, dass Weihnachten mehr ist als das Warten auf das Jesuskind, sondern das Hereinbrechen einer atemberaubenden Wirklichkeit Gottes, die nicht erst mit dem historischen Jesus begann, sondern mit dem ewigen Christus ( Logos)zu tun hat am Beginn der Schöpfung, die geschehen ist und immer neu geschieht in den unermesslichen Weiten des Kosmos und in uns selbst. Weihnachten handelt auch von einem kosmischen Ereignis, einem metaphysischen Urknall vor dem physischen Urknall. Weihnachten ist zuallererst der überwältigende Lichteinbruch vom Himmel, die unfassbare Wirklichkeit Gottes und sein Abstieg in unsere Abgründe und reicht weit tiefer als das Brauchtum einer romantisierten heiligen Familie in einer Stallunterkunft. Es geht um etwas Gewaltigeres und Aufschreckendes, was schon Maria, Josef und die Hirten in der Weihnachtsgeschichte erlebten.

Oft denken wir bei Dunkelheit nur an etwas Negatives. Aber es gibt auch die bergende Dunkelheit, die uns schützt vor dem überhellen , grellen und blendenden Licht, das uns in die Irre führen kann. Dunkelheit- das ist auch die schützende Höhle des Uterus, in dem neues Leben heranwächst, das ist auch die dunkle Erde, in welcher der Same zur Pflanze und Blume heranwächst, Dunkelheit das ist auch der Raum , in welchem Träume Visionen auftauchen, sobald das helle Tagbewusstsein heruntergedimmt ist. In der Dunkelheit werden wir empfänglich für Inspirationen und für
Gott.
Auf dem Berg Tabor geraten die Jünger Jesu in eine dunkle Wolke, aus der heraus Gott zu ihnen spricht (Lukas 9, 34)


In der Weihnachtsliturgie heißt es: Ex utero ante luciferum te genui, deutsch: Ich habe dich vor dem Lichtgestirn aus dem Mutterschoß gezeugt. Gott zeugt und
gebiert Gott, ein kosmisches Geschehen…eine verborgene Geburt, die im Dunkel der verborgenen, unbekannten Gottheit geschieht, wie es Johannes Tauler ( 1300 – 1361) formuliert hat.

Advent

„Laßt euch nicht verwirren und erschrecken“- Nada te turbe, Nada te espante,( Teresa von Avila)
es leuchtet uns ein Licht, das keine Macht der Welt auslöschen kann, auch wenn wir es vielleicht nicht sehen, weil unsere Augen blind sind von Trauer, Enttäuschungen oder Verlusten….“ solo Dios, Basta“

O Clavis, deutsch Oh Schlüssel (kleine Installation)

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Im Advent gibt es in der Liturgie die sogenannten O- Aniphonen. die sieben lateinischen Worte, ergeben sich aus der lateinischen Ankündigung des Heilands sieben Tage vor Weihnachten: „Ero cras“, also deutsch: „morgen werde ich da sein“ und zwar rückwärts
gelesen: s für sapientia= Weisheit
…und c für clavis ( vgl. Jesaja 22, 22), was Schlüssel bedeutet und ein Ruf des Staunens und der Bewunderung für den erwarteten Heiland sein soll.
Für uns könnte der Ruf “ oh Schlüssel“ die Frage stellen: Was ist mein Schlüssel oder mein Passwort zu einem erfüllten Leben, das Sinn und Tiefe hat?
Inwiefern könnte das Leben Jesu Modellcharakter für mein ureigenes Leben sein, welchen Schlüssel bietet er mir an und was könnte mich hinter der geöffneten Tür erwarten, was anders ist als bisher.

Heute möchte an all jene erinnern und an die denken, die in diesem Jahr durch die Pandemie einen lieben Menschen verloren haben und an alle Trauernden. Mögen sie Trost erfahren und Heilung der Seelenwunden!

Erleuchtungen

Das Licht der Liebe löst die Erstarrung und Verhärtung und nimmt den Druck. Wenn Dir kein menschliches Gegenüber diese Liebe schenkt, glaub dran, dass du von Gott mit „unendlicher Liebe“ geliebt bist (Jer 31)

„Ach dass mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, dass ich Dich möchte fassen….“
Paul Gerhard, im Lied : Ich steh an deiner Krippe hier
Abgrundtief führt uns der Anblick des Jesuskindes in den Abgrund von Gottes Liebe, für die es keine Guten und Bösen gibt, sondern
nur unendlich Geliebte.
Oder etwas einfacher gesagt: Gott liebt die Guten, dass sie gut bleiben und er liebt die Bösen, dass sie gut werden.

Vergesst den Stern nicht, der uns dorthin führt, wo Rettung und Heil ist, und wir uns selbst wiederfinden.

„Alles was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet. Alles Erleuchtete aber ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten..“ ( Epheser 5, 13-14)

Alles, was in uns erleuchtet und heil geworden ist, strahlt aus und kann andere wärmen, aber genauso können unsere Dunkelheiten, das Unerlöste, Unheile, die Verletzungen, die uns böse machen, uns selbst und andere runterziehen.
Der Advent ist auch die Zeit, in der wir unsere Wunden und Verdrängungen für das heilende Licht Gottes öffnen können.

„Herr rette mich, ich gehe zugrunde“
Ein Stoßgebet für alle, denen das Wasser bis zum Hals steht.

Das innere Feuer brennt noch!
Wofür brennst du?

Wer wach durch den Advent geht, begegnet nicht nur dem Licht, sondern auch den Dunkelheiten, den Enttäuschungen des Lebens, den Enttäuschungen über sich selbst, in der Beziehung oder im Beruf. Vieles kommt darauf an, sich selbst zu verzeihen und darauf zu vertrauen, dass mir „von oben“ schon vergeben worden ist. Ich hoffe auf eine letzte Güte des Lebens, die ich uns allen wünsche.

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„Auf- werde Licht!“, sagt mir Gottes Licht.
Und wer Sein Licht anderen schenkt, erlebt selbst das wahre Licht. Sein Licht ist da, aber wir müssen uns dafür öffnen.
„Arise and become light!“ Jesaja 60, 1

Oft muss es dunkel werden, dass ich nach dem Licht Ausschau halte. Das Licht, das über uns ist, leuchtet uns oft erst ein, wenn es in unserer Seele dunkel ist, so wie wir die Sterne erst in der Nacht sehen.( frei nach Elmar Gruber)

Auf dem Weg zum Licht begegnen wir immer auch den Dunkelheiten, nicht nur um uns herum, sondern auch denen unseres eigenen Herzens,- unseren Aggressionen, unserem Hass, unserer Unfähigkeit uns selbst und andere anzunehmen…-, im Adventslied „Macht hoch die Tür“ geht es darum, die Türen unseres Herzens zu öffnen, damit der Heiland einkehrt, uns besänftigt, innerlich befriedet und unsere Zerissenheit eint.

Adventsimpuls:
Meditation mit dem Atem, sage die Sätze im Atemrhythmus:
My deepest Me is:
LOVE
WHOLE
LIMITLESS
INFINITE
COMPASSION
SACRED
MYSTERY
FORGIVENESS
BEAUTY
GOD
( Mein tiefstes Selbst ist/ in der Tiefe meines Selbst bin ich: Liebe/Ganzheit/Grenzenlosigkeit/Unbegrenztheit/Mitgefühl/Heiligkeit/ Geheimnis/Vergebung/Schönheit/Gott…)
Ich öffne mein Herz und höre!
( Gefunden beim Center for Action and contemplation, gegründet von Richard Rohr)

Advent
Das Wort Advent kommt nicht nur vom lateinischen Adventus, also Ankunft, sondern hat auch einen Bezug zum altdeutschen aventiure, Engl. adventure, also Abenteuer. Die Adventszeit als Abenteuerreise der Seele. Eine solche hat womöglich jetzt wo die Ablenkungsmöglichkeiten geringer sind, eine größere Chance. Was wäre zu tun? Vielleicht erst einmal eine Kerze anzünden und mit dem Horchen beginnen.

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My Lord God
I have no Idea where I am going
I do not see the road ahead of me.
I cannot know for certain
Where it will end.
Nor do I really know myself….

Thomas Merton, in: Thougts in solitude

„Wofür bin ich hier?…Die einzig befriedigende Antwort ist “ für nichts“. ich bin hier umsonst, ohne einen besonderen Zweck, ohne einen besonderen Plan“
Thomas Merton, Tagebücher
Ich verstehe die Sätze des amerikanischenTrappistenmönches (1915-1968) so, dass Menschsein mehr ist als eine bloße Funktion zu erfüllen und eine Rolle zu spielen, es ist umsonst, im Sinne von gratis ( nicht „umsonst“ im Sinn von vergeblich) Wer dieses „umsonst“ des Lebens in seiner Tiefe erfährt, ist frei und befreit aus den Einschnürungen des Leistungs- und Nützlichkeitsdenkens.
Liebe ist nutzlos, der Tod ist nutzlos..

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Krippe und Kreuz, Entwurf Acryl auf Leinwand

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„Aber wenn sich unsere nackten Hände sammelten, unsere Millionen Herzen zusammen täten. Wenn sich unsere Stimmen vereinigten, welcher Winter könnte da widerstehen?“
Aus dem Liedtext „Si“ der französischen Sängerin ZAZ.
Tolles Lied, anhören lohnt sich.

EINMAL
da hörte ich ihn,
Da wusch er die Welt,
ungesehen, nachtlang,
wirklich.
Eins und Unendlich,
vernichtet,
ichten.

Licht war. Rettung.

In memoriam Paul Celan, der jetzt hundert Jahre geworden wäre. Der jüdische Lyriker aus der Bukowina setzt dem Grauen der Vernichtung von Ausschwitz eine gebrochene Hoffnung entgegen: Licht war. Rettung. Es ist die Hoffnung auf eine rettende Macht, die in diesem Gedicht aus dem Zyklus „Atemwende“ zur Sprache kommt.

„Der Leiermann“
aus dem Liederzyklus der Winterreise von Franz Schubert
“ Und er lässt es gehen, alles wie es will…“

Der Text:
Drüben hinter′m Dorfe

Steht ein Leiermann,
Und mit starren Fingern
Dreht er was er kann
Barfuß auf dem Eise
Schwankt er hin und her;

Und sein kleiner Teller
Bleibt ihm immer leer.
Keiner mag ihn hören,
Keiner sieht ihn an;
Und die Hunde brummen
Um den alten Mann.
Und er läßt es gehen
Alles, wie es will,
Dreht, und seine Leier
Steht ihm nimmer still.

„Ins Herz gesprochen“ (Acryl auf Leinwand)

Es gibt Worte, die unser Herz öffnen, es berühren, uns verwandeln, uns auf einen Weg schicken, die uns bislang verschlossene Türen öffnen……



Im spielerischen Umgang mit Farben und Formen erkunde ich meine Seele, lasse Un- oder Vorbewusstes ohne Zensur ins Bild kommen, spüre nach in welche Richtung mich das Leben weiter bewegen will und welche Hindernisse einen Wachstumsprozess blockieren wollen.

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Formen- und Farbenexperiment (Acryl auf Leinwand)
Das Leben stellt uns immer wieder vor Hindernisse und Probleme, für welche wir eine Lösung finden müssen, oder Entscheidungen, die wir so oder anders treffen können. Die Leinwand ist ein Modell für unser Handeln und Entscheiden im Alltag, ein Spiegel für unseren Mut, Neues zu wagen oder unser Sicherheitsbedürfnis, für unsere Sehnsucht nach Ordnung und Klarheit oder unser Bedürfnis Strukturiertes ins Chaos aufzulösen, auf die Bewegungen unserer Seele zu hören oder sich äußerlichen Vorgaben und Normen zu unterwerfen.
Malerei ist ein Experimentierfeld für das Leben und das Leben selbst, sobald in deinem Bild deine Seele auftaucht.

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Advent- Licht in winterlicher Zeit

Licht in winterlicher Zeit

Lied im Advent

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Das Gedicht „Lied im Advent“ stammt von Matthias Claudius, der von 1740 -1815 gelebt hat. Der Dichter ist vielen von uns bekannt durch den Text des Liedes „Der Mond ist aufgegangen“(Abendlied). Das Gedicht „Lied im Advent“ nimmt Bezug auf den Adventskranz, und die vier Kerzen, die nach und nach angezündet werden. Durch das Licht der Kerzen werden nicht nur Räume erhellt, sondern wir selbst. Von diesem sich nach außen und innen ausbreitenden Licht, das schließlich die ganze Welt erleuchtet, geht ein Segen aus, der uns zum Sinn von Weihnachten führt.

Dieses Licht – so die erste Strophe des Gedichtes- will uns in und auch durch die dunklen Stunden leuchten. Wer denkt bei dunklen Stunden nicht gleich an all das Bedrückende, das von Corona ausgeht: Krankheit, Tod, Kontaktsperre, wirtschaftlicher und finanzieller Ruin. Aber auch die anderen Dunkelheiten bleiben: Migration, Flucht, Einsamkeit alter Menschen, die Klimakrise, die Ungerechtigkeit, die kleinen und großen Sorgen von uns allen, der Rucksack, den jede und jeder zu tragen hat, wenn gleich in unterschiedlicher Weise. „Es gibt kein Dach ohne Ach“,  sagt ein altes Sprichwort.

Es macht etwas mit uns, wenn wir eine Kerze anzünden: Manche zünden eine Kerze an, um still zu werden, oder wir entzünden eine Kerze für einen Menschen, an den wir besonders denken, weil er einsam ist, oder krank oder in einer Krise steckt, manche zünden eine Kerze an für ihre verstorbenen Angehörigen, wieder andere,  um zu beten und das Licht wird  zum Zeichen für Gott. Der Kerzenschein beruhigt, wärmt, und vorallem erhellt er die Dunkelheit. Das Licht einer Kerze wird umso stärker wahrgenommen, je dunkler es ist;

Das Licht auf dem Adventskranz ist kein Licht- so deutet es auch das Gedicht an-, dass uns in eine selige, aber weltfremde Sonderstimmung führen will, die mit unserem konkreten Alltag nichts zu tun hat. Für mich ist es ein Hoffnungslicht, das besonders in die Dunkelheiten unseres Lebens hineinleuchtet; ein Hoffnungslicht, das die Nacht unserer Seele und die Nacht der Welt nicht auszulöschen vermag. Wo Licht und Dunkelheit sich begegnen, kommt immer Licht in die Dunkelheit, niemals Dunkelheit ins Licht.“ (Elmar Gruber)

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Ein Licht, das allen Kitsch, alle Oberflächlichkeit,  auch die Vergänglichkeit der Zeit, der wir an Weihnachten begegnen, überdauert; ein Licht, das in die Zerbrechlichkeit des Lebens heilend hineinströmt, wenn wir unsere Herzenstüren dafür öffnen. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..“, heißt es in einem bekannten Adventslied. Nach dem Licht Gottes sehnen wir uns umso mehr, je dunkler, betrübter oder gefährdeter die eigene Seele ist. Schon immer waren die dunklen Zeiten die Bewährungsproben für den Glauben und die Hoffnung auf eine rettende Macht.

Für Christen ist dieses Licht in besonderer Weise angezündet mit der Geburt Jesu Christi, ein Licht, das kein Kreuz und keine Macht der Welt auslöschen kann: ewiges Licht, Hoffnungslicht, Liebeslicht, das uns wärmen will in kalten und winterlichen Tagen. Geschenktes Licht, das auch mit dem Auftrag verbunden ist, andere zu wärmen und in die Dunkelheit zu leuchten.

Impuls:

Entzünden Sie eine Kerze (z.B.) des Adventskranzes. Genießen Sie die Stille und das stille, warme Licht. Stellen Sie sich vor, dass es die Liebe von Gott ist, die ihr Herz wärmen will.

Lesen Sie das Gedicht von Matthias Claudius und lassen es auf sich wirken. Was löst es aus?

Vielleicht fällt Ihnen ein jemand ein , dem Sie eine Freude bereiten wollen (mit einem Anruf, einem kleinen Geschenk, einer Karte..)

Einige biblische Stellen zum Licht:  Jesaja 60, 1-2, 2.Kor 4,4ff, Jesaja 58,7-10

Lichtlitanei zum Advent

Lichtlitanei

Licht-Hoffnungslicht -Liebeslicht-Weihnachtslicht-Licht in der Nacht -Licht am Ende des Tunnels- Christbaumlicht-Sternenlicht- Mondlicht- Sonnenlicht- Tageslicht- Abendlicht-Lichtstrahl- Licht in der Finsternis- „Ich bin das Licht der Welt“- Irrlicht- flackerndes Licht- Feuerlicht- „Es werde Licht“- Glaubenslicht- Himmelslicht- „es wurde Licht“-Licht durch den Riss- Osterlicht- Lichtglanz- Scheinwerferlicht- Neonlicht- Rücklicht- Nebellicht- Stadionlicht- Wohnzimmerlicht-Lichtpartikel- „Licht des großen Königs“- umkleidet von Licht-hervorbrechendes Licht-Lichtsäule- Morgenlicht- künstliches Licht- Kerzenlicht-Seelenlicht- Lichtfunke- „gefrorenes Licht“- ausgelöschtes Licht- Lebenslicht-„denn dein Licht kommt“- „zu deinem Lichte ziehen“-Lichtglanz Gottes- „das wahre Licht kommt in die Welt“- „das Leben war das Licht der Menschen“-Licht, Licht, Licht…..