Thema: Sorgen, Sorglosigkeit, Vertrauen
Impuls auf Holz:
Sorge Dich nicht!

Biblischer Text:
„Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr
etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas
anzuziehen habt. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr
als die Kleidung?
26 Schaut auf zu den Vögeln des Himmels: Sie säen nicht, sie ernten nicht und
sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid
ihr nicht viel mehr wert als sie? 27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein
Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? 28 Und was sorgt ihr
euch um eure Kleidung?
26
Beobachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und
spinnen nicht. 29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo in all seiner Pracht war
nicht gekleidet wie eine von ihnen. 30 Wenn aber Gott schon das Gras des
Feldes, das heute ist und morgen ins Feuer geworfen wird, so prächtig kleidet,
wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! 31 Sorgt euch also nicht, indem ihr
fragt: „Was sollen wir essen?“ oder „Was sollen wir trinken?“ oder „Was sollen
wir anziehen?“ 32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater
weiß, dass ihr all das braucht. 33 Ihr aber, sucht zuerst sein Reich und seine
Gerechtigkeit; und all das wird euch dazugegeben werden. 34 Sorgt also nicht
um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Es
genügt jedem Tag seine eigene Plage“
Matthäus 6, 19-34
Text zum Nachdenken:
Sorglosigkeit
In Krisen- und Ausnahmesituationen, z.B. eine unerwartete
Krankheitsdiagnose, gerät unser Lebensfluss ins Stocken. Wir kreisen
unaufhörlich um unsere Sorgen, unsere Probleme werden riesengroß,
auftauchende bange Gedanken zermartern unser Gehirn und die damit
verbundenen Ängste wirbeln uns durcheinander. Die Sorge beherrscht uns bis
zum Ende unseres Lebens, meinten die Römer. Erst im Tod höre die Sorge auf.
Die Sorgen treiben uns schon im normalen Alltag oft genug um und
beherrschen uns: die Sorge um die eigenen Kinder und deren Entwicklung, um
den Lebensunterhalt und das finanzielle Auskommen, um die Anerkennung im
Beruf, um kranke Freunde…. Und nicht wenige Patienten im Krankenhaus
setzen sich unter einen sorgenden Leistungsdruck: „Es muss doch schneller
vorangehen! Ich kann doch nicht so lange krank herumliegen! Was werden die
anderen im Betrieb sagen? Werde ich womöglich in der Firma meine Position
verlieren? Werden die Ärzte auch alles richtigmachen? Warum geht es nicht
schneller?…“
In bedrängenden und sorgenvollen Situationen neigen wir dazu, uns vom Gift
der Sorgen lähmen und niederdrücken zu lassen. Meist vergessen wir dann
unsere inneren Kraftquellen und sind wie die Reben, die getrennt vom
Weinstock, keine Kraft haben und keine Frucht bringen können (vgl. Joh 15, 1
15)
Jesus hingegen versteht den Menschen nicht als einen, den die Sorge
wesentlich ausmacht. An vielen Stellen im Evangelium ruft er uns zur
Sorglosigkeit (Mt 6, 25.27) auf. Die Evangelien legen uns nahe, uns nicht zu sehr
in die Macht der Sorge zu begeben; es ist letztlich meine Entscheidung, ob ich
den Sorgen Macht über mich gebe und mich niederdrücken lasse oder ob ich all
meine Sorgen Gott übergebe. Jesus versteht den Menschen vor allem als einen,
der im Vertrauen auf den Vater lebt, der für ihn sorgt im Leben wie im Sterben,
im Glück wie im Unglück. Im Johannesevangelium wird Jesus Christus selbst als
Kraftquelle für unser Leben und unsere Fruchtbarkeit vorgestellt. (vgl. Joh 15,
1-15) Dort, wo mich die Sorgen niederdrücken, kann ich zum Himmel
aufschauen, denn von dort kommt Erleichterung und neue Hoffnung.
Text aus: Gustav Schädlich-Buter, „Geerdet zum Himmel schauen“,
Reflexionen-Meditationen-spirituelle Impulse, eine Textsammlung,
Fromm Verlag 2019
Impuls:
Wir können Gott durch seinen Sohn Jesus Christus bitten, dass er uns an die
Hand nimmt und uns durch alle Sorgen und Ängsten hindurchführt zum
grenzenlosen Vertrauen an den Vater im Himmel…
Lesen Sie das folgende Lied
und meditieren Sie dessen Inhalt!
„Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er
wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit.
Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was
hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser
Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des
Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine
Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“
(Georg Neumark 1657, altes Gotteslob Nr. 295)
Meditieren Sie Matthäus 6, 19-34 (Von der falschen und der rechten Sorge)
Literatur zur Vertiefung:
Anselm Grün, Herzensruhe, Im Einklang mit sich selber sein, Freiburg im Br.
1998, 2013