Impuls zur Stele „Name -Ich habe Dich bei deinem Namen gerufen…du gehörst mir“
( Jesaja 43,1)

Bibeltext:
Jetzt aber – so spricht der HERR, / der dich erschaffen hat, Jakob, / und der dich geformt hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, / ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!
2 Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, / wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, / keine Flamme wird dich verbrennen.
3 Denn ich, der HERR, bin dein Gott, / ich, der Heilige Israels, bin dein Retter.
Jesaja 43,1 f.
Meditation:
Wer mich bei meinem Namen ruft, der kennt mich, dem scheine ich wichtig und bedeutungsvoll zu sein. Wer einen Namen hat ist keine Nummer (wie es die Nazischergen mit den KZ- Häftlingen gemacht haben, und sie dadurch entpersonalisiert haben) kein Niemand, sondern jemand mit einer unverwechselbare Persönlichkeit, mit einer einzigartigen Individualität, einem unbedingten Wert…
Gott ruft mich beim Namen? Bin ich ihm so wertvoll, dass er mich kennt, mich persönlich?
Manchmal kommen mir Zweifel:
Acht Milliarden Menschen leben auf dieser Erde und jedes Jahr wächst die Bevölkerung rasant weiter um 80 Millionen, das entspricht 220.000 Menschen pro Tag. Und da soll ich IHM wichtig sein?
Ich lebe auf dieser Erde in einem Sonnensystem am Rande einer unermesslich großen Galaxie namens Milchstraße, mit Milliarden von Sternen, die einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren (Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht im Vakuum innerhalbeines julianischen Jahres (365,25 Tage zurücklegt, das sind 9,46 Billionen Kilometer; die Entfernung von der Erde zur Sonne beträgt 8,3 Lichtminuten) hat, umgeben von ungefähr 200 Milliarden anderen Galaxien im sichtbaren Universum. Und da soll ich mit meinem bescheidenen Leben und einer Lebenserwartung von vielleicht 80 oder 90 Jahren so wichtig sein, dass er mich beim Namen kennt?
Ist das nicht eine illusorische Wunschvorstellung? Aber woher kommt dieser Wunsch? Woher kommt die Sehnsucht, bedeutsam zu sein und nicht bloß ein Zufallsprodukt in einem unendlich großen Universum, für dessen Entstehung wir letztlich keinen Grund finden können? Warum reagieren wir Menschen überhaupt so stark auf Wertschätzung? Ist das eine tiefe Sehnsucht, die ein Schöpfer in unserer Seele angelegt hat oder ist das psychologisch gesprochen, ein narzißtischer Größenwahn, mit dem wir uns zu wichtig nehmen?
Ob wir diese Frage jemals mit unserm Verstand beantworten können? Es gibt aber eine schöne chassidische Erzählung von einem Rabbi, die dem Rabbi Simcha Bunem von Przysucha zugeschrieben wird. Die Erzählung besagt, dass der Rabbi zwei Zettel in seinen Taschen trug. Auf dem einen stand:
Um meinetwillen wurde die Welt erschaffen (Mischna Sanhedrin 4:5).
Auf dem anderen stand: Ich bin Staub und Asche (1. Mose 18:27).
Er griff je nach Situation in die eine oder andere Tasche:
Wenn er sich klein und unbedeutend fühlte, las er die Worte: Um meinetwillen wurde die Welt erschaffen, um sich seiner Würde und Bedeutung bewusst zu werden.
Wenn er in Gefahr war, sich selbst zu überschätzen, las er: Ich bin Staub und Asche, um Demut zu bewahren.
Die Geschichte erinnert mich daran, dass wohl jeder Mensch sowohl einzigartig und wichtig ist als auch vergänglich und Teil eines größeren Ganzen.
Ich persönlich habe mich entschieden, daran zu glauben, dass es in diesem riesigen Universum, das rein naturwissenschaftlich betrachtet kalt, dunkel und unheimlich ist, eine liebende und personale Macht gibt, mit der ich in Beziehung treten kann, die resonant ist auf mein ganz individuelles Dasein, so fehlerhaft und unperfekt auch immer es sein mag. Eine liebende Schöpfermacht, die sagt: Ich habe Dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!
(Text: Gustav Schädlich-Buter)
Interaktive Möglichkeiten:
(Austausch: )
Was bedeutet mir mein Name? (Schau nach was dein Name für eine Bedeutung hat! Kannst du deine Person aus der Geschichte damit in Verbindung bringen?)
Wer ruft deinen Namen wie? (, wie haben meine Eltern meinen Namen gesagt, wie meine Freunde…Vertraut, angenehm, unangenehm,- wie wurde ich gerufen?)
Wer mit Namen gerufen wird ist keine austauschbare namenlose Nummer, sondern ist für jemanden von Bedeutung, wertvoll, wichtig, einmalig…Für wen bin ich wichtig?
Male deinen Namen mit Farben auf ein Blatt!
Biblische Predigt/ Zeitgeschichtlicher Hintergrund:
Dieser Abschnitt wurde geschrieben, als Israel sich in der babylonischen Gefangenschaft befand, ca. 550 v.Chr.
Das Volk war wegen der eigenen Untreue zu Gott in eine ausweglose Situation gekommen. Obwohl Gott ihnen immer wieder vergeben und geholfen hatte, hatten sie nicht auf Gott, sondern auf andere kluge Ratgeber gehört. So waren sie in die Gefangenschaft nach Babylon gekommen. Sie hatten kein Land mehr und keinen Tempel, fühlten sich von Gott verlassen und konnten sich aus eigener Kraft nicht helfen, denn sie waren Gefangene einer Übermacht.
Es ist ein Wort, das seit mehr als Zweitausend Jahren Menschen getröstet und ermutigt hat und viele als Taufspruch durch das Leben begleitet. Ein Wort, das dem Volk Israel und jedem Einzelnen persönlich Gottes unsichtbare Nähe zusagt. Der Prophet, der hier spricht, wird auch der Zweite Jesaja genannt. Er hatte das Volk Israel nach mehr als dreißig Jahren im babylonischen Exil getröstet und ihnen zugesagt, dass Gott sie nach Jerusalem zurückführen werde. Lange hatten die Israeliten es als Strafe Gottes verstanden, dass sie fern der Heimat leben mussten. Inzwischen leben sie in dritter Generation in dem fremden Land. Doch nun ändern sich die politischen Verhältnisse. Der persische König Kyros II nimmt Babylon ein. Durch seine Worte beginnen sie zu hoffen, dass sie als Freie zurückkehren werden. Seine Worte sagen ihnen auch: Gott ist es, der dieses alles wirkt. Er ist ihnen gnädig gesonnen:
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! 2 Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.
Den Israeliten wird dieses Gotteswort zu einem Protestwort gegen die herrschenden Verhältnisse. Es ist ein Wort der Freiheit – sie gehören nicht mehr dem babylonischen König und auch nicht dem neuen persischen Herrscher, selbst dann nicht, wenn dieser Anspruch auf sie erheben sollte. Sie erinnern sich an Gott, der ihr Volk schon damals aus Ägyptenland befreit hat. Der sie durch das Wasser des Schilfmeeres gerettet hat. Auch wenn fremde Völker und Könige sie bedrängen sollten wie Feuer, werden sie dieses Volk nicht überwinden.[1] 3 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich habe Ägypten für dich als Lösegeld gegeben, Kusch und Seba an deiner statt.
(Ausschnitt aus: Predigt über Jesaja 43, 1-7 von Claudia Bruweleit | predigten.evangelisch.de
Thema Wertschätzung (Kurzfassung alternativ):
Wer mich bei meinem Namen kennt oder freundlich ruft, dem scheine ich wichtig und bedeutungsvoll zu sein. Eine freundliches oder liebevolles Angesprochenwerden mit Namen hinterlässt ein gutes Gefühl. Besonders als Seelsorger oder Seelsorgerin ist es wichtig, Menschen mit ihrem Namen zu kennen. In unserer Seele steckt wohl eine tiefe Sehnsucht, dass jemand zu uns sagt: ich kenne Dich, ich mag Dich, du bist mir nicht gleichgültig,
Gott antwortet auf diese tiefe Sehnsucht, etwas wert zu sein:
Er kennt mich und ruft mich beim Namen, heißt es beim Profeten Jesaja. Manchmal kommen mir Zweifel Bin ich ihm so wertvoll, dass er mich kennt, mich persönlich?
Ist das nicht ein verrückter Gedanke?
Acht Milliarden Menschen leben auf dieser Erde und jedes Jahr wächst die Bevölkerung rasant weiter um 80 Millionen, Und da soll ich IHM wichtig sein?
Ich lebe auf dieser Erde in einem Sonnensystem am Rande einer unermesslich großen Galaxie namens Milchstraße, mit Milliarden von Sternen, die einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren hat, umgeben von ungefähr 200 Milliarden anderen Galaxien im sichtbaren Universum. Und da soll ich mit meinem bescheidenen Leben und einer Lebenserwartung von vielleicht 80 oder 90 Jahren so wichtig sein, dass Gott mich beim Namen kennt?
Ja, wir sind ihm wichtig, jede und jeder einzelne von uns. Gott spricht uns (und damals dem israelitischen Volk in babylonischer Gefangenschaft zu) durch den Profeten Jesaja zu:
„Fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du gehörst zu mir!“
Für Gott sind wir keine Nobodys, wir brauchen keine Angst haben, dass unsere Namen nur Schall und Rauch sind, es gibt einen Schöpfer, der uns kennt und das heisst auch uns bedingungslos liebt , wir sind ihm wichtig und wertvoll, wie bescheiden und unauffällig unser Leben auch nach außen hin sein mag, wie unperfekt und fehlerhaft. Gerade in Situationen, in welchen wir uns wertlos und verloren, krank und hilflos vorkommen, können wir uns das Wort der Schöpfermacht in Erinnerung rufen: „Ich habe Dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“
Wir Menschen sind mehr als bloße Zufallsprodukte der Evolution, die nach ein paar Jahren Lebenszeit im Nichts verschwinden. Wir haben für den göttlichen Schöpfer eine Würde und Bedeutung in dieser Welt und darüber hinaus. Deshalb sagt Jesus: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“(Lukas 10,24)