Thema: Was ist wirklich wichtig im Leben/ Wertschätzung…
Impulssatz auf Holz:
Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz (Mt 6, 21)/Lk 12)

Biblischer Text:
Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,
20 sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen!
21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Impuls/Predigt:
Ich habe zum biblischen Text einen Impuls geschrieben mit dem Titel
Herzbotschaften
Wir sind in Schwäche geboren, nackt, hilflos, absolut angewiesen, wir sind nach der Geburt noch ziemlich zerbrechliche Wesen, die nichts von dem selber haben, was sie zum Leben brauchen: Nahrung, Zuwendung, Zärtlichkeit, Ansprache- kurz gesagt Liebe. Wir sind als Menschen von Anfang an auf Beziehung angelegt und angewiesen, auf das Geschenk des Lebens. Das menschliche Herz braucht in Worten und Gesten die Bestätigung: du bist wertvoll und wundervoll! Ich liebe und mag Dich gerade so wie du bist! Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter!… Wenn das kleine Kind solche „Worte“ nicht zu hören bekommt, nicht ausreichend oder gar nicht geliebt wird, entsteht eine tiefe Wunde im menschlichen Herzen und daraus entwickelt sich Angst und ein verzweifelter Kampf, sich die Eintrittskarte ins Leben verdienen zu müssen; als Erwachsene machen dann solche Menschen die Erfahrung, was auch immer sie tun und wie sehr sie sich auch anstrengen, es scheint nie genug, um die Anerkennung und die Wertschätzung (der Eltern, der Lehrer oder Vorgesetzten…) zu bekommen.
Wieder andere geraten in die Falle des sich Behaupten und Beweisen- und Rechthabenmüssens.
Umgekehrt ist es zentral für die menschliche Entwicklung, dass das Herz entdecken kann: Ich bin wertvoll.
Doch oft scheinen wir blind füreinander und sehen den jeweils Anderen nur recht äußerlich; in seiner Rolle etwa, in dem, was er für mich leistet oder von mir fordert, in der Schablone, in die wir ihn gesteckt haben. An vielen Alltagsbeispielen können wir uns fragen: Sehen wir nur den Verkäufer/-in, der im Supermarkt an der Kasse sitzt oder begegnen wir ihm/ihr so, dass er sich menschlich angesehen und angesprochen fühlt. Nehmen wir den anderen Menschen noch als Menschen wahr oder nur in seiner Rolle als Automechaniker, der mein Auto repariert, als Verwaltungsangestellte, die meinen Antrag bearbeitet, …
Und oft sind wir nicht nur dem anderen gegenüber abgestumpft, sondern auch unserem eigenen Inneren, unserer Seele und dem, wonach sich unser Herz sehnt; wir spüren nicht mehr, was uns in der Tiefe beschäftigt, bewegt, berührt und umtreibt; wir weichen dem Zerbrochenen und Ungeheilten in unserer eigenen Seele aus.
Der biblische Satz könnte uns ermutigen unsere Mitmenschen wieder als Schatz zu entdecken statt auf Haben, Status und Rolle zu setzen. Gute Beziehungen als Schatz zu entdecken und die Fähigkeit entwickeln auf die Menschen zuzugehen, auch auf die, die uns nicht besonders sympathisch erscheinen und Herzbotschaften zu senden.
Selbst eine schwierige und unerfreuliche Beziehung kann sich verwandeln, wenn sich der Andere als Mensch wahrgenommen und angesprochen fühlt und sich mit seinen Schwächen und Schattenseiten angenommen fühlt.
Nehmen wir uns Zeit füreinander, für das menschliche Herz, das darauf wartet, angesprochen, wahrgenommen und berührt zu werden! Spiritualität bedeutet nichts anderes als einen Geschmack dafür zu entwickeln, dass unser Leben und jeder Moment darin wertvoll ist, und darin Gottes Gegenwart geahnt werden kann. (Text: Gustav Schädlich-Buter)
Impuls zum Nachdenken:
Kenne ich Menschen, die ich als „Herzmenschen“ bezeichnen würde?
Wer in meinem Leben hat mich bestärkt, dass ich wertvoll bin?
Gab oder gibt es aktuell Menschen in meinem Umfeld, die mich darin bestärken, dass ich wertvoll bin und bei denen ich mich ganz angenommen fühle?
Wem könnte ich heute oder in den nächsten Tagen eine Herzbotschaft schicken, ein freundliches Wort sagen, eine aufbauende Rückmeldung geben?
Meditation:
Ich höre den Klang meines Herzens, der mich einst bewegt hat, als ich voller
Sehnsucht gelauscht habe auf die Stimme des Himmels und geglaubt habe in
der Mitte des Lebens zu sein. Jetzt bin ich weit weg, hinausgeschleudert aus
dem Zentrum meines Lebens, auch weit weg von der Herzenswärme, die mir
einst soviel Glück geschenkt hat, weil sie noch um den wahren Schatz des
Lebens gewusst hat. Es ist kalt und winterlich geworden, in mir und um mich
herum, ich wandere wie ein Fremder durch Nebellandschaften. Ich kenne mich
nicht mehr aus und weiß nicht mehr genau warum ich mich so verlaufen habe
und wie ich soweit weg geraten konnte von dem, was mir einst Heimat und
Geborgenheit geschenkt hat. Wann wird es wieder Frühling? Wann taut der
erstarrte Herzgrund wieder auf? Wann finde ich den Schatz wieder, den ich
getauscht habe für glitzernden, aber wertlosen Schein? Warum bin ich
Irrlichtern gefolgt, die mich nur täuschen wollte. Wann finde ich die Spur
wieder, nachdem ich an allem vorbeigerannt bin, was mein Herz lebendig
gemacht hat? Wann halte ich an und beginne wieder mein Herz auf den
wahren Schatz meines Lebens auszurichten?
Fragen zum Nachdenken:
Schätze sind das, was uns ganz persönlich viel wert ist.
Für den einen ist es eine besondere Aufgabe, die ihm oder ihr wichtig ist.
Für die andere ist es ein besonderer Mensch, der Großvater vielleicht oder die Nichte.
Was ist mir wichtig?
Was ist Ihnen wichtig?